#7 Österreich vs. Deutschland: Wer macht öffentliche Vergabe besser?

Im Gespräch mit Frank Linneberg, Experte für elektronische Vergabe in Deutschland und Österreich: Unterschiede, eForms und der möglichen Rolle künstlicher Intelligenz im Vergabeprozess.

  • Veröffentlicht am 12.09.2023
  • 30 Min.

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Ein einheitliches Vergabegesetz oder viele Regelwerke? Und was bringt ein standardisiertes Formular den Unternehmen, die sich um öffentliche Aufträge bewerben? Manuel Aghamanoukjan spricht mit Frank Linneberg über Unterschiede zwischen der Vergabepraxis in Österreich und Deutschland.

Den Einstieg macht ein kleines Länderquiz mit Zahlen zu Auftragsvolumen, Zuschlagskriterien und der Zeit bis zur Zuschlagsentscheidung. Frank erklärt anschließend, weshalb er das österreichische Bundesvergabegesetz schätzt und welche Vor- und Nachteile er in den deutschen Formularsätzen und den zusätzlichen Regeln der Bundesländer sieht.

Eine praktische Frage betrifft die Sicht auf eingehende Angebote: In Österreich erfahren Vergabestellen erst bei der Öffnung, wer teilgenommen hat. Frank schildert, weshalb das bei Schulungen in Deutschland für Erstaunen sorgt. Zwei persönliche Anekdoten zeigen außerdem, wie er die elektronische Vergabe kennengelernt hat und was ihn an der österreichischen Praxis überrascht hat.

Bei eForms geht es um neue Datenstrukturen für EU-weite Bekanntmachungen. Das Gespräch erklärt, was sich für Vergabestellen und Plattformen ändert und weshalb Deutschland bei der Übermittlung einen eigenen Weg gewählt hat. Auch elektronische Signaturen und die Rolle von KI bei Leistungsbeschreibungen und Wertungsschemata kommen zur Sprache. Zum Schluss wartet eine Fußballfrage im Länderquiz. Transparenz: Die AI GmbH hatte eine öffentliche Ausschreibung von auftrag.at gewonnen und war zum Zeitpunkt der Aufnahme Technologielieferantin für ein neues Vergabeportal. Die Zusammenarbeit wird im Gespräch ausdrücklich angesprochen.

Unser Gast

Frank Linneberg war zum Zeitpunkt der Aufnahme Vorstandsmitglied der Administration Intelligence AG und Geschäftsführer ihrer österreichischen Gesellschaft, der AI GmbH. Er spricht im Gespräch aus seiner Erfahrung mit elektronischen Beschaffungslösungen in beiden Ländern.

Über Vergabe Insights

Einblicke & Erfahrungen statt Paragrafen & Theorie. Manuel Aghamanoukjan spricht mit Expert:innen, Auftraggeber:innen und Unternehmer:innen über Erfahrungen, Entwicklungen und Erfolgsfaktoren rund um öffentliche Ausschreibungen.

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Kapitel

  1. Intro und Ausblick auf Österreich und Deutschland
  2. Begrüßung und Vorstellung von Frank Linneberg
  3. Zusammenarbeit mit auftrag.at
  4. Länderquiz: Volumen, Zuschläge und Dauer
  5. Vergaberecht: ein Gesetz und viele Regelwerke
  6. Formularsätze und föderale Regeln
  7. Unterschiede beim Blick auf Angebote
  8. Anekdoten aus der E-Vergabe
  9. eForms und die Umstellung der Bekanntmachungen
  10. Digitale Signaturen in Österreich und Deutschland
  11. Ausblick auf künstliche Intelligenz
  12. Fußballfrage und Verabschiedung

Transkript

Frank Linneberg

Das war ein Kulturschock an der Stelle für mich.

Gesamtes Transkript anzeigen

Manuel Aghamanoukjan

Vergabe Insights der Podcast von auftrag.at. Einblicke und Erfahrungen aus der Welt der öffentlichen Vergabe. Experten-Talks rund um Ausschreibungen und Angebote. Mit unseren Insights schöpfen Sie aus dem Vollen. Hosted by Manuel Aghamanoukjan. Hallo, herzlich willkommen bei der aktuellen Episode von Vergabe Insights, dem Podcast von auftrag.at, von der Mediengruppe Wiener Zeitung. Heute haben wir das Thema Österreich versus Deutschland. Wer macht es besser bei der öffentlichen Vergabe? Und das ist immer ein interessantes Thema, wenn es zum Ländervergleich zwischen Deutschland und Österreich geht. Das sind ja 2 Länder, die vereint und auch getrennt sind, vereint durch die gemeinsame Sprache. Es gibt auch vieles an Geschichte, das Österreich und Deutschland verbindet, ein spannendes Verhältnis, nicht zuletzt beim Fußball oder auch beim Skifahren. Und gerade in der Businesswelt sagt man ja: die Korrektheit der Deutschen versus den Schmäh der Österreicher. Und wir haben uns heute vorgenommen, uns anzuschauen in der heutigen Episode, wie schaut es denn da aus mit der öffentlichen Vergabe von Produkten und Dienstleistungen in Deutschland und in Österreich? Gibt es da mehr Gemeinsamkeiten oder doch mehr Unterschiede? Kann da Deutschland von Österreich lernen oder umgekehrt? Das sind so ein paar interessante Fragen und um mir das bisschen näher und genauer anzusehen, habe ich mir heute mit Frank Linneberg einen Gast in unser Podcaststudio eingeladen, der sowohl in der deutschen als auch in der österreichischen Vergabewelt viel praktische Erfahrung hat. Und damit ist in einer seltenen Lage auch diese beiden Vergabewelten vergleichen zu können, weil ich alleine würde mir es da nicht trauen und vor allem auch als Spezialist elektronischen Online-Vergabe werden wir uns dann noch dann auch genau noch ansehen, wie es genau ausschaut in Österreich und in Deutschland, wenn man Aufträge und Dienstleistungen auch online über entsprechende Plattformen vergibt. Damit wir auch wissen, wer der Frank Linneberg ist, darf ich Ihnen kurz einmal vorstellen. Der Frank Linneberg selber ist Jurist. Er hat einige Stationen in der Praxis hinter sich, unter anderem am Landgericht und Verwaltungsgericht Würzburg. Und was mir besonders gut gefällt, als Italienfan auch in der italienischen Rechtsanwaltskanzlei in Ancona und hat sich damit auf Vergabe und sonstige wettbewerbsrechtliche Fragen spezialisiert. Allerdings, und das ist das Spannende auch, warum er heute da ist, seit 2018 ist er im Vorstand der deutschen Administration Intelligence AG. Ich werde das eben mit AI AG abkürzen. Wer ist die AI AG? Wer ist die AI AG? Die AI AG ist einer der führenden Anbieter von elektronischen Beschaffungslösungen in Deutschland und Deren Angebot erstreckt sich sozusagen von der Bedarfserfassung in öffentlichen Organisationen bis hin zur eigentlichen digitalen Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen. Und mit der Software, die die AI AG entwickelt, arbeiten europäische Behörden, deutsche Bundesbehörden, Bundesländer, Kommunen, Sektorenauftraggeberinnen, Nonprofit Unternehmen in Deutschland. So ein paar Beispiele, das Europäische Patentamt, Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Bundeswehr, dann die Kommunen Bremen, Hessen, Frankfurt am Main, auch die Berliner Verkehrsbetriebe Und auch zahlreiche deutsche Universitäten. Seit 2020, und hier kommt jetzt der Österreichbezug hinein, gibt es auch die österreichische Tochter, die AI GmbH, und deren Geschäftsführer ist auch Frank Linneberg. Und in Österreich ist der bekannteste Kunde die Bundesbeschaffungs GmbH, also jeder, der in der Vergabe zu tun hat, kennt sie natürlich, und die selbst auch mit der AI Software arbeitet. Und damit klarerweise ist der Frank Linneberg auch der perfekte Gesprächspartner oder Experte für heute, für unseren Ländervergleich. Mal schauen, ob ich mich jetzt richtig vorbereitet hab, lieber Frank. Hab ich da so irgendwas vergessen bei deiner Vorstellung?

Frank Linneberg

Vielen Dank zunächst mal für die Einladung, lieber Manuel. Jetzt muss ich dich gleich verbessern an der Stelle. Die AI Austria GmbH gibt es schon seit 2002. Wir haben damals auch unseren langjährigsten Kunden gewinnen können, das ist die Energie Burgenland. Ich bin seit 2020 Geschäftsführer. Wir führen im Moment noch ein Nischendasein in Österreich, was wir aber hoffentlich zusammen ausbessern werden.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, siehst du, danke, das ist immer die deutsche Gründlichkeit. Ich hab dich einfach nur als Geschäftsführer gesehen und mir gedacht: Okay, ab da die AI GmbH in Österreich. Aber seit 2002 schon am österreichischen Markt, umso besser. K., Ab da die AI GmbH in Österreich, aber 2002, also am österreichischen Markt, umso besser. Also da merkt man, da ist noch gleich mehr Erfahrung auch da im österreichischen Markt. Da vielleicht gleich anschließend auch zu unserem Compliance-Block, der heute besonders wichtig ist. Frank, du hast es auch angesprochen und wer sich jetzt auch wundert, warum wir uns duzen, ist das die deutsche österreichische Freundschaft? Ja, ist es auch, aber es ist auch die deutsch-österreichische Geschäftsbeziehung. Denn die AI GmbH und auftrag.at arbeiten seit Herbst 2022 zusammen. Da hat die AI GmbH eine öffentliche Ausschreibung von uns gewonnen. Und seitdem ist sie Technologielieferant. Wofür? Wir arbeiten jetzt nämlich gerade an der Ablöse der bekannten E-Tendering-Plattform lieferanzeiger.at, die im Herbst 2023 über die Bühne gehen soll. Und da liefert die AI die Technologie für unser neues Vergabeportal, und daran arbeiten wir jetzt zusammen und sind da gerade schon ganz, ganz fest am Bauen. Und daher sind wir, Frank und ich, in einer Geschäftsbeziehung. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland auch so ist, aber da ist man relativ schnell zum Duzen übergegangen, und das werden wir jetzt in der heutigen Episode auch beibehalten. Na gut, und wir fangen gleich jetzt mit dem Thema an. Wir haben auch eine kleine Premiere für den Podcast. Na gut, und wir fangen gleich jetzt an mit dem Thema und wir auch eine kleine Premiere für den Podcast. Ich hab ein kleines Vergabequiz vorbereitet.

Frank Linneberg

Da bin ich jetzt sehr gespannt.

Manuel Aghamanoukjan

Genau, ich hab, es läuft so, wir haben 3 Vergabefragen, wir noch eine Bonusfrage zum Schluss zum zum Podcast und es wird dann vielleicht auch einen Preis geben, schauen wir mal und nein, also wir haben uns vorbereitet, aber ich hab den Frank auch gefragt, ob er vorher die Antworten wissen soll. Nein, also er war da wirklich spontan, sehr sportlich oder ja genau. Na gut, fangen wir mal an, es ist auch recht interessant, ich hab ein paar Fragen damit. auch die Hörer und Hörerinnen auch ein Gefühl dafür bekommen, wie es im österreichischen deutschen Vergabemarkt oder Bereich eigentlich aussieht. Die erste Frage: Ja, in Österreich wurden im ersten Halbjahr 2021 circa 30 Milliarden Euro an öffentlichen Aufträgen vergeben. Deutschland vergibt klarerweise mehr öffentliche Verträge, ist glaube ich relativ klar, in in Euro als Österreich. Und jetzt mal die Frage an dich, Frank, wie viel höher war das Volumen der vergebenen öffentlichen Aufträge in Deutschland im selben Zeitraum?

Frank Linneberg

Erstes Halbjahr 2021 was glaubst du mal 10 nehmen 30 Milliarden bin ich dann bei 3.

Manuel Aghamanoukjan

Nein, das ist, nein, das ist, es ist mehr. Also ich hab es ausgerechnet, circa 170 % mehr. Das heißt, im ersten Halbjahr 2021 sind es circa 52 Milliarden Euro. Warum vielleicht und sagt das komisch, erstes Halbjahr 21 das war das, wo ich für Deutschland belastbare Zahlen gefunden hab, die aktuellsten. Also auch interessant, also was ich gefunden habe, also doch mehr, aber jetzt nicht zehnfach wäre, deswegen wäre logisch, aber Ja, also noch mal 52 Milliarden Euro in Deutschland, 30 Milliarden in Österreich circa. Zweite Frage, wo werden mehr Ausschreibungen nach dem Bestpreisprinzip zugeschlagen, in Deutschland oder in Österreich?

Frank Linneberg

Meines Erachtens nach in Österreich, weil die deutschen Vergabestellen eigentlich gar nicht mehr nach Bestpreis vergeben sollten.

Manuel Aghamanoukjan

Das ist interessant, weil nach meinen Zahlen, ich hab Da hab ich auch eine europäische, also von der EU, ich vergleich regelmäßig solche Zahlen, auch Erhebungen, da werd ich auch dann den Link in die Shownotes geben. Nach meinen Zahlen wird in Deutschland das Bestpreisprinzip öfter genutzt, mit 67 %.

Frank Linneberg

Oh, das kommt in Österreich von den von den Bauvergaben, weil bei den Bauvergaben tun sich die Vergabestellen tatsächlich schwer, weitere Wertungskriterien da hinzuzufügen.

Manuel Aghamanoukjan

Dann ja, aber ich muss ehrlich sagen, Frank, in meiner Vorbereitung, ich hätte, bevor ich mir das nachgelesen hätte, hätte ich auch deine Einschätzung geteilt, muss ich zugeben. Aber ja, gut. So, jetzt zur dritten Frage, du musst natürlich ein bisschen böse Fragen auch raus, alles gut. In welchem Land kommt es schneller zu einer Entscheidung über einen vergebenen Auftrag in Deutschland und Österreich? Nur damit die Hörer:innen das auch wissen: Da geht es um die Zeit. Ich hab hier offene Verfahren genommen, also die Zeit zwischen Angebotsabgabe und Zuschlag. Wer ist schneller, glaubst du, die Österreicher oder die Deutschen?

Frank Linneberg

Oh, das ist sehr, sehr schwer. Ich glaub, das kommt ja auch ganz auf die Vergabestelle an sich an, da würd ich jetzt, kann ich auch nur raten, ich glaub, das sind auch die, auch die Bundesrepublik Deutschland wird da führend sein.

Manuel Aghamanoukjan

Viel schneller, ist richtig. Ja, vielleicht auch nur, damit ich die Zahl nachliefere. In Deutschland ist es durchschnittlich, ich muss aufpassen, ist durchschnittlich, 51 Tage in einem offenen Verfahren zwischen Angebotsabgabe und Zuschlag. In Österreich sind es 83 Tage, relativ lang. Ja, da war ich auch überrascht. Die 51 Tage, mich überrascht das, 83 Tage in Österreich, in Österreich, ja, ich weiß nicht, bei den Ausschreibungen, die wir machen, als als Wiener Zeitung oder wenn es halt digitale Publikationen sind ein bisschen schneller. Aber ja, es gibt ja auch gewisse Mindestfristen, muss man ja auch zu sagen. Die vierte Frage werden wir uns zum vom Ende aufheben. Also mal, ich hätte richtig mitgezählt, da waren es, glaube ich, jetzt 2 eine richtige Antwort, aber bisschen schwierige Fragen. Also vielleicht auch danke mal fürs Quiz, auch mitmachen.

Frank Linneberg

Ungewöhnliche Fragen, aber sehr gerne.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, also wie gesagt, es gibt da sehr interessanten Zahlen. Ich werde eben auch den Link in die Shownotes geben, da kann man sich das anschauen. Das ist generell, da werden mehrere, also die Länder EU werden regelmäßig auch verglichen. Das ist auch so in Österreich, zum Beispiel das BMJ, also das Bundesministerium für Justiz, kommt dann regelmäßig auf auch die E-Tendering-Anbieter wie auftrag.at zu und fragen dann auch ein paar Dinge, die dann mit nicht nur als einziges mit in diese Statistiken reinfließen. Das ist recht interessant, sich dann die Best Practices anzuschauen. danke mal, dass du gleich mitgemacht so ein Quiz. Das war jetzt auch irgendwie die Einleitung zu diesem Länderunterschied zwischen Österreich und Deutschland in der Vergabe, sich das anzusehen. Und wenn man jetzt da mal da ein bisschen ein paar Hard Facts, nehm ich jetzt, nehm ich jetzt mal die Experten her und sag, was deiner Erfahrung, du bist ja sowohl in Deutsch mit der AI AG und mit der Software, bist du ja sowohl in in Deutschland, aber auch in Österreich ja intensiv unterwegs, du kennst beide Welten sehr gut, auch als Vergabejurist. Was sind so für dich die wichtigsten Unterschiede im Vergabebereich in Österreich und Deutschland, aus deiner Erfahrung?

Frank Linneberg

Der wichtigste Unterschied an der Stelle ist die Gesetzgebung. In Österreich gibt es ein wunderbares einheitliches Bundesvergabegesetz. Davon träumen, glaube ich, deutsche Vergabestellen. In Deutschland leben wir ein Kaskadenprinzip. Ich hab oben dran die VgV, das GWB, ich hab eine Unterschwellenvergabeordnung, ich hab sehr viele Verordnungen, wo Lobbyvereine, also gerade bei der VOB, dann tatsächlich auch noch mit definieren, wie ein öffentlicher Auftraggeber ausschreiben soll. Das ist schon sehr schön in Österreich mit einem bundeseinheitlichen Gesetz. Bei uns kommt noch dazu, dass man nicht nur von von dem Bundesrepublik Verordnungen bekommt, sondern wir ja auch angefangen haben in den Ländern, föderal in der föderalen Struktur, tatsächlich die Länder auch noch mal eigene Vergaberegeln aufzustellen und dann wird es tatsächlich für die Vergabestelle sehr schnell unübersichtlich. Da lob ich mir das bundeseinheitliche Bundesvergabegesetz. Da hat man ein Buch, da schaut man rein, da steht dann alles drinne und ich muss nicht in verschiedenen Büchern reinschauen. Das ist für mich ein Punkt. Der zweite Punkt ist: In Deutschland arbeiten die Vergabestellen sehr gerne mit Formularsätzen, mit vorgefertigten Formularsätzen, die ihnen auch vom Bund, vom Staat zur Verfügung gestellt werden. Wir haben ein Vergabehandbuch des Bundes, wir haben für den Straßenbau einen eigenen Formularsatz, HVA, den benutzen dann alle Straßenbauer. Diese Formularfixiertheit, die kenne ich hier aus Österreich tatsächlich gar nicht. Ich glaub, da macht jede Vergabestelle, hat ihre eigenen Juristen, extern, intern, die erstellen die Unterlagen, da kommen die Unterlagen zusammen. Das ist, finde ich, für manche, also gerade für die Vergabestellen, für kleinere Vergabestellen, die das nicht so oft machen, ist so ein einheitlicher Formularsatz schon recht nett. falls sie wissen, wie sie ihn ausfüllen müssen, da können sie eigentlich an der Stelle auch nicht viel falsch machen. Das ist für mich, glaube ich, die die größten Unterscheidungen in diesem Gebieten.

Manuel Aghamanoukjan

Das heißt aber auch, das ist ein guter Punkt mit diesen einheitlichen Formularen, weil wir sehen das natürlich auch, wenn wir als E-Tendering-Plattform kriegen wir auch immer wieder Customer-Service-Anfragen. Da sehen wir gerade, dass es kleineren öffentlichen Auftraggebern, nehmen wir die Freiwilligen Feuerwehren, die vielleicht alle drei, vier Jahre die Feuerwehrautos ausschreiben, leichter fallen würde. Ich glaube aber auch, dass dann, wie siehst du das, Und die Bieter dann auch ein bisschen, also die Unternehmen, die sich dann bewerben, glaube ich, auch.

Frank Linneberg

Weil sie treffen immer wieder auf dieselben Formulierungen, auf dieselben Formen, wissen, wo sie welche Informationen finden. Ich bilde jetzt natürlich ein Idealbild ab, das treibt an der Stelle leider bei uns in der Bundesrepublik auch Blüten. Wir haben, ich hab es vorhin angesprochen, das Vergabehandbuch des Bundes und dann fangen einzelne Länder an, auch ein bayerisches Vergabehandbuch zu erstellen oder ein brandenburgisches Vergabehandbuch. Und da kommt es manchmal zu Situationen, wenn es Rechtsänderungen gibt, dass diejenigen, die die Formulare erstellen sollen oder müssen, der Rechtsprechung nicht nachkommen und dann einfach landesspezifische Formularsätze vorliegen, die noch nicht aktualisiert sind und die eigentlich falsch sind, die aber von oben genutzt werden müssen. Also, das ist alles Licht und Schatten an sich. Formularsatz finde ich schön, wenn er einheitlich ist. weil er auch dem Bieter hilft, Informationen abzugreifen, er weiß, wo er nachschauen muss, vereinfacht doch für für einige die das Vergaberecht.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, da ist ein gutes, ein gutes Stichwort gebracht. Ich habe ja bei der Kundenliste, da hat man so einige deutsche Kommunen, auch Bundesländer. Ich weiß in Österreich und ich selber bin auch so einer persönlich, der da immer ein bisschen jammert über die Bundeslandgeschichte in Österreich. Aber das ist ja in Deutschland ja viel stärker, die der Föderalismus viel stärker. Ich glaub, da ist er ganz kurz vorher erwähnt. Ist das auch ein Unterschied im Vergaberecht?

Frank Linneberg

Ja, natürlich, die die Länder haben die AI wurde damals gegründet, da gab es die Idee, ein ein standardisiertes Vergabemanagementsystem zu erstellen. Ich bin jetzt 17 Jahre dabei, ich glaub, kein Rechtsgebiet hat sich so oft gewandelt und was halt erschwerend noch hinzugekommen ist, nicht nur diese bundeseinheitlichen oder diese Bundesregelung fürs Vergaberecht, sondern die Länder haben dann eigene Regelung noch mal aufgestellt, die ich dann halt als Vergabestelle innerhalb des Bundeslandes dann auch noch beachten muss. Von daher ist schwieriger, glaub ich, an der Stelle tatsächlich.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, also dann noch, was ich immer, was immer sehr interessiert ist, dann werden wir gesetzliche Unterschiede, föderale Unterschiede. Gibt es aus deiner Sicht auch, ich nenn es mal, kulturelle Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland in der Vergabe.

Frank Linneberg

Ne, kulturelle, glaub ich nicht. also ich wüsste, also da müsste man jetzt definieren, wann sind, was ist kulturelle Unterschiede, wir sind alle dem europäischen Recht unterworfen. Ich kann aus meiner Erfahrung heraus auch kulturell, die 99 % der Vergabestellenmitarbeiter wollen sich an Recht und Gesetz halten und wollen das ordentlich durchführen, große kulturelle Unterschiede an der Stelle, nicht außer natürlich die die Gesetzes Vorgaben in In der Bundesrepublik, wenn ich schule und etwas über Österreich erzähle, treffe ich doch immer wieder auf großes Erstaunen, wenn ich mitgebe, dass die österreichischen Vergabestellen nicht wissen, wer ein Angebot abgibt oder wer Teilnehmer am Verfahren ist, weil das österreichische Recht es eben so vorsieht. Das wird aufgedeckt, wenn die Angebotseröffnung stattgefunden hat oder bei der Teilnahmeantragseröffnung. das aufgedeckt, wenn die Angebotseröffnung stattgefunden hat oder bei der Teilnahmeantragseröffnung. Das führt in der Bundesrepublik regelmäßig zu Kopfschütteln, weil sie sehen da Probleme an der Stelle. Weiß jetzt nicht so genau, wie das in Österreich die letzten Jahre war, aber bei uns gerade im im Landesbereich oder im kommunalen Bereich, gerade bei Bauausschreibungen, waren die Vergabestellen oft da gesessen, haben kein Angebot oder ein Angebot bekommen, also sehr wenige Angebote. Und wenn ich dann nicht weiß, wer hat da, ist meiner dabei, hat es überhaupt eine Verbreitung bekommen, meine Ausschreibung, dass ich dann auch schöne Angebote bekomm. Da ist es doch schon hilfreich heutzutage, wenn wenn ich weiß, von wem das, ob da der der Anbieter schon dabei ist, den ich kenn und den ich gerne auch hätte.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, aber da hast du nicht recht, dass in dem Fall ist interessant, Diskussion ist das eine, es ist eine gesetzliche Vorgabe in Österreich und da kann ich jetzt gleich mit so einem Nähkästchen plaudern, in Zusammenarbeit mit der AI, wenn es darum geht, es mit der AI Technologie unsere neue Plattform zu bauen, genau da haben wir diskutiert, was sind das für Anforderungen. Ja, und dann gehen die Anfragen auseinander, wie wir in Österreich da einfach in dem Sinn auch ein ein anderes Gesetz haben. Ist natürlich auch natürlich auch ein Ausfluss der Kultur, wo man sagt, Okay, ich hab gewisse Grundsätze des Vergaberechts, die zwar eigentlich sehr ähnlich sind in Deutschland, Österreich, aber halt unterschiedlich ausgelegt werden, sich dann in der Gesetzgebung niederschlagen. Von dem her hast du recht, ist weniger kulturell als immer.

Frank Linneberg

Ja, aber Manuel, ist das nicht erst vor drei, vier Jahren aufgekommen, bei der letzten Vergaberechtsreform 2018? Ja.

Manuel Aghamanoukjan

Na ja, gut, mal vielleicht dann probier ich es ein bisschen anders, weil ich glaub, ich hab dich auch im Vorfeld gefragt. Also ich hab dir nach einer Lieblingsanekdote sozusagen Deutschland, Österreich im Vergleich mit gefragt. Ich glaub, da hast du uns was mitgebracht.

Frank Linneberg

Das zeigt es vielleicht auch, vielleicht auch Anekdote an der Stelle. Wie bin ich, wie bin ich in die Firma hineingekommen? Die Zuhörer müssen sich vorstellen, ich habe Jura studiert, ich habe während meines ganzen Jurastudiums und während des Referendariats überhaupt nichts mit Vergaberecht zu tun gehabt. Software an sich, ich hab auf dem Medium Computer meine Hausarbeiten geschrieben, das war aber alles, was ich mit Software zu tun hatte und dann fange ich bei der Administration Intelligence AG an, die eben Vergabemanagement Software herstellt und ich war die ersten 3 Monate tatsächlich komplett aufgeschmissen. Ich wusste nicht, was ich hier machen soll, das Recht kann man sich beibringen, aber diese ganze Digitalisierung Computer bis ein ausschlaggebender Punkt tatsächlich bei uns auf der Kundenkonferenz war die Leiterin der Bundesanstalt für Arbeit und Die hat dann eben erläutert, für was so eine E-Vergabe an sich gut ist. Sie hat das Beispiel gebracht, dass sie früher, wenn sie Arbeitsmarktdienstleistungen ausgeschrieben haben, haben sie die Meistersingerhalle, das ist eine große Festhalle in Nürnberg, gebucht, haben Studenten eingestellt und die haben dann tatsächlich palettenweise die Angebote auf Paletten reingefahren zur Angebotseröffnung. Und sie hat da bei uns auf der Kundenkonferenz ganz begeistert erzählt, dass das einfach jetzt mit unserem Vergabemanager, dass man das nicht mehr braucht, wenn man das alles digital abwickeln kann. Das war das erste Mal, der Moment, wo ich den Sinn meines Tuns gemerkt habe und wo ich gemerkt habe: Ich komme jetzt an, ich weiß jetzt, was ich tue. Das gefällt den Leuten, was wir machen, es ist auch hilfreich, es ist nicht nur eine Gängelung. Das ist für mich in Deutschland eigentlich meine Lieblingsanekdote.

Manuel Aghamanoukjan

Verstehe, ja, das kann ich nachvollziehen. Ich hatte das Erlebnis aus Bietersicht und ich komme aus der, deswegen kann ich das gut nachvollziehen.

Frank Linneberg

In Österreich, wir haben, wir haben es drüber gehabt, in Österreich hab ich auch eine Anekdote. Ich hab beim … präsentiert. Da war ich schon ganz erstaunt. Ich hab unsere Lösung präsentiert und dann hab ich mitbekommen, ja, das gefällt uns schon, aber da ist ein anderer Mitbewerber gesetzt und Sie auch als Einkaufsleiterin kann da nicht viel machen, weil die Geschäftsführung möchte, dass das und das Tool verwendet wird. Und auf meine Nachfrage und man hat es dann gesehen, Vergaberecht und Ausschreibung, hat ein Kollege dann nur süffisant gemeint, na ja, Herr Linneberg, sind dann hier schon ein bisschen näher am Balkan. Das war für mich dann schon irgendwie, das war ein Kulturschock an der Stelle für mich. So offen würde mir das in der Bundesrepublik niemand ins Gesicht sagen.

Manuel Aghamanoukjan

Na ja, verstehe. Na ja, Okay, ich glaub solche Anekdoten, der ein oder andere Bieter, glaub ich, in Öster oder Bieterin in Österreich, kann das wahrscheinlich auch sagen. Dankeschön mal auf jeden Fall. Wir haben also noch ein Thema noch vorbereitet. Es gibt ein Spezialthema, das Deutschland Österreich genauso betrifft wie der Rest von der EU Da gibt es nämlich ein Stichwort, das Stichwort des eForms. und haben gedacht, wenn ich schon einen Experten hab, der hat nämlich auch so wie wir mit einer Vergabeplattform auch das ein Thema ist, weil wir das umstellen müssen. Kannst du uns vielleicht einmal kurz erzählen, was sind denn überhaupt die eForms?

Frank Linneberg

Die eForms ist gar nicht so schlimm, wie das jetzt allgemein im Markt herumgetragen wird. eForms sind einfach nur diese, die Ablösung der ehemaligen Papierpublikationsformulare an die EU Es ist eben jetzt bis Oktober 23 möglich. Wer, ich nehme mal an, die Zuhörer hier an der Stelle sind ein bisschen vergabekonform. Diese Bekanntmachungen früher, die an TED/SIMAP übermittelt wurden, das war sehr papierlastig. Also das war als Muster eben eben dieses Formular, Bekanntmachungsformular in den verschiedenen Ausprägungen und das stellt die EU jetzt um. Man stellt nicht mehr auf diesen Formularsatz ab. Wir haben als Fachverfahrenshersteller eine große Excel-Datei übermittelt bekommen. welche Datensätze bei welchem Verfahren an die EU übermittelt werden sollen. Und das ist einfach die Ablösung dieser alten Papier Formulare durch neue Datensätze. Also die Art und Weise, wie ich eben an die EU übermittle, das wird jetzt eForms genannt. Ja, kurz hoffentlich verständlich erklärt.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, ich glaub schon. Also wie gesagt, das ist ein neuer Standard für die allen EU weiten Veröffentlichungen, die man jetzt als Auftraggeber, also öffentliche Auftraggeber, mich sowohl in Österreich als in Deutschland, klarerweise und auch in allen EU-Ländern, muss es gemacht werden. Also, es ist ja so, es kann ja schon, darf schon ab Herbst, seit Herbst 2022 ja schon verwendet werden. Es ist natürlich jetzt so, dass endgültig an die EU sozusagen ein Jahr Galgenfrist sozusagen den der alten Form noch gegeben und das heißt ab Herbst, nämlich am 25. Oktober 2023 ist endgültig soweit und das neue muss verwendet werden. Was bedeutet das für die öffentlichen Auftraggeber jetzt?

Frank Linneberg

Für die Praxis, für die öffentlichen Auftraggeber, wenn sie ein guten Fachverfahrenshersteller gewählt haben, sollte der Umstieg kaum bemerkbar sein. Sie werden eventuell bei in den Bekanntmachungen selber auf neue Felder treffen, mit anderen Benamungen. Ansonsten dürfte der öffentliche Auftraggeber in Österreich zumindest keine großen Änderungen sehen. Vielleicht geh ich mal kurz auf die Unterschiede auch an der Stelle ein. Es gibt verschiedene Standard oder es gibt einen eForms EU Standard, der wird von allen Mitgliedstaaten genutzt, außer mein meine Bundesrepublik, die hat einen eigenen eForms DE Standard entwickelt und da gibt es dann schon Unterschiede. Also in der Bundesrepublik kann ich nicht mehr selber die Vergabestellen an TED/SIMAP übermitteln, sondern sie werden das an einen sogenannten Vermittlungsdienst übermitteln in der Bundesrepublik. Der übersetzt dieses eForms DE Standard in den eForms EU Standard und schickt es von dort aus an die EU Also, bei in Deutschland ist es eine größere Änderung, bei die Art und Weise, wie ich an die TED/SIMAP übermittle. In Österreich ist es tatsächlich, da bleibt es bei der Art und Weise, wie ich es dorthin sende. Das Einzige ist, dass Datenfelder anders benannt sind und vielleicht zusätzliche Felder noch hinzukommen.

Manuel Aghamanoukjan

Und natürlich, da ist ja dann eher Arbeit an an Firmen wie die AI und wie auftrag.at sozusagen jetzt an ihre Online-Plattformen, ihre E-Tendering-Plattformen entsprechend anpassen müssen. Vielleicht auch noch zur Ergänzung, wie es auch in Österreich weitergeht. Es ist dann sogar auch die Idee, dass wir das erst nicht in dieses Jahr sein. Es ist auch die Idee, dass die sogenannten Kerndaten, also nationalen Bekanntmachungen, ja dann auch irgendwann mal auf die eForms Schema umgestellt werden sollen, was aus unserer Sicht durchaus Sinn macht. Wird aber, glaub ich, nicht sicher nicht mehr dieses Jahr passieren. Ja, also von dem her und du hast es eh erwähnt, momentan ist auch so, dass die Standard Felder verwendet werden. Ich ich glaube, es soll schon geplant werden, glaub ich, 23 Felder dazu zu nehmen, aber das sind jetzt welche, die dann eh dazu kommen werden im Lauf der Zeit. Also von dem her, man sieht, da geht auch Deutschland ein bisschen anderen Weg. Ich glaub auch da noch was anderes, ist in Deutschland ist ja eine zentrale Stelle für die Veröffentlichungen dann zuständig.

Frank Linneberg

Es gibt oeffentlichevergabe.de. Da sind dann alle, also das gab es früher schon mit bund.de, aber bund.de wird abgelöst durch oeffentlichevergabe.de. und dort finden. findet man dann auch alle Ausschreibungen, die eben an die EU übermittelt wurden. Auch bei uns gibt es oder in in der Bundesrepublik gibt es Ideen, auch diese eForms im nationalen Bereich zu verwenden. Ich finde es auch nicht schlecht. Wir hatten es vorhin mit Standardisierung und auch für den Bieter, Bieter sieht auf einen Blick, wo findet er welche Informationen. Es ist für mich auch nicht verständlich, dass man das unterschiedlich behandelt an der Stelle.

Manuel Aghamanoukjan

Nicht nur weil wir es auch nachprogrammieren müssen, aber ich glaube, es ist, macht für beide Seiten Sinn, es macht es transparent, auch besser vergleichbar und ich glaube auch für öffentliche Auftraggeber ist da auch interessant mit mehr Transparenz, glaube ich, dass auch mehr Bieter dann sich interessieren und mich dann auch, wenn ich deutsche Ausschreibungen hab, dann vielleicht noch stärker zu österreichischen Unternehmen noch auch teilnehmen können, weil das ist ja auch kein schlechter Markt und auch Vice Versa, ich glaub, das ist nicht uninteressant und von dem her, wir haben es eh schon ein bisschen auch noch gesehen, also auch angesprochen jetzt bezüglich Online Online-Vergaben, weil wir beide ja Online-Plattform betreiben, die AI AG und GmbH verkaufen sie, aber auch betreiben sie auch. Was ist du jetzt auch aus speziellen Herausforderungen in der in der Online-Vergabe in Österreich und Deutschland, für die man dann immer, also Österreich hat sich immer ganz gerne als Weltmeister hingestellt, kann man diskutieren, ja oder nein, aber das.

Frank Linneberg

Ist das ist tatsächlich so. Also ich bin da glaube ich kritischer als in diesem in diesem Vergleich, also gerade wenn es um Signatur geht, ist Deutschland, jetzt muss ich darf nicht so frech sein, aber Entwicklungsland tatsächlich. Also ich das erste Mal hier in Österreich eine Behörde war, das Programm vorgestellt hab. Signaturen sind hier allgegenwärtig, man hat eine Handysignatur, die Mitarbeiter haben Signaturen, man meldet sich mit der Signaturkarte an seinen Laptop an. Die Bieter haben Signaturen, das gibt es in Deutschland nicht. Man hat das mal zeitweise auf dem Personalausweis probiert, das haben die Leute nicht angenommen. Die Lösung der Bundesrepublik war, Bieter müssen bei Angeboten nicht mehr digital signieren. Es reicht, wenn man erkennt, von welcher Firma das kommt. Es ist aber keine rechtsgültige tatsächliche Signatur mehr notwendig. Es gibt natürlich Ausnahmen, also öffentliche Auftraggeber können es verlangen bei einem besonderen Sicherheitsinteresse. Aber ich würd mal mitgeben, ich glaub 95 % der öffentlichen Ausschreibungen sind momentan ohne eine Signatur eines Bieters möglich.

Manuel Aghamanoukjan

Siehst du noch sonst noch irgendwelche Unterschiede, Herausforderungen, nur rein in der digitalen Vergabe, also einer Rolle, als jemand, der wirklich Online-Plattformen baut oder noch betreibt? zwischen Österreich und Deutschland, weil mit der BBG oder Energie Burgenland habt ihr ja da schon einiges Erfahrung. Ist das Unterschied zu zu Deutschland, abgesehen von den digitalen Signaturen, siehst du noch irgendwo große Herausforderungen, die unterschiedlich sind, nur rein digitalen Vergabe.

Frank Linneberg

Eigentlich nicht, wir, wir, wir sind, wir unterliegen alle dem EU Recht, die gesetzlichen Abwandlungen sind ein bisschen diffiziler, aber ansonsten die die Abläufe innerhalb des Verfahrens, das ist eigentlich sehr gleichlaufend.

Manuel Aghamanoukjan

Super, dann sag ich mal Dankeschön. Jetzt kommen wir mal schon zum Ausblick und dann natürlich zur Bonusfrage noch zum Quiz für den Preis. Also jetzt einmal zum Ausblick.

Frank Linneberg

Bin fest davon überzeugt, wir werden alle überrascht sein und erstaunt sein, wie die Art und Weise, wie KI, also wie künstliche Intelligenz auch den Vergabebereich betrifft. Die Zuhörer sollen sich das mal anschauen, wenn man bei ChatGPT mal eingibt, erstelle mir ein ein ein Ausschreibungsunterlagen oder eine Leistungsbeschreibung für ein Klettergerüst, wie gut das die Technologie heutzutage schon kann. Und wenn ich da noch mitgeb und jetzt erstellen wir noch in einer Tabellenform ein Wertungskriterium Wertungsschemata, das macht der Computer heutzutage schon, obwohl ich glaub, die die Versionen, mit denen ich spiele, die sind ja Stand 2019, ich glaub, wenn man das professionell die Maschine füttert mit derartigen Informationen, das wird sehr schnell kommen, das Unterstützung, computergenerierte Unterstützung auch im Vergabebereich massiv Einfluss nimmt, da davon bin ich überzeugt. Wir werden erstaunt sein, wenn wir zurückschauen, wie das die Arbeitswelt geändert hat.

Manuel Aghamanoukjan

Danke mal für den Ausblick, da kann ich mich auch, glaub ich, anschließen. So, jetzt zum Schluss noch eine Bonusfrage und das war ein bisschen böse, weil ich hab da noch eine als Österreicher und wenn es um ein Ländervergleich geht und ein Quiz Quiz macht oder Wettkampf, ist nämlich der Fußball nicht allzu weit weg. Frank hat mir verraten, er ist nicht so der Fußballexperte, deswegen ...

Frank Linneberg

Ich bin zwei Meter groß, ich spiele eher Basketball.

Manuel Aghamanoukjan

Ja, da hab ich jetzt noch eine Bonusfrage für dich. So, es ist nämlich so, es gibt natürlich dieses klassische Fußballdeal Österreich gegen Deutschland im, also im Ländermatchbereich, also DFB gegen ÖFB Bis jetzt haben Deutschland, Österreich offizielle Wettbewerbsspiele, soweit ich weiß, 40 Mal gegeneinander gespielt. Die Bilanz oder Hälfte noch ein bisschen, die Bilanz spricht ja klar für den DFB, also für den deutschen Fußballbund mit 25 Siegen, 6 Unentschieden und 9 Niederlagen gegen den österreichischen ÖFB So, das letzte Ländermatch war 2018. Wie ist denn das ausgegangen?

Frank Linneberg

Ich hab keine Ahnung, lieber Manuel, ich schau überhaupt kein Fußball mehr. Ich nehm mal an, die Deutschen haben ja stetig nachgelassen. Also meine Jugend kam, war ich, konnte ich noch jedes Halbfinale und jedes Finale Weltmeisterschaft und Europameisterschaft anschauen. das ist ja komplett verloren gegangen. Also ich tippe jetzt einfach mal auf Unentschieden.

Manuel Aghamanoukjan

Fast, das hat Österreich gewonnen, gut, mit 2 zu 1 damals und interessanterweise damals auch unter einen deutschen Coach, den es aber jetzt nicht mehr gibt, mit hat Österreich einen anderen deutschen Coach. Ja, aber das war eine böse Frage. Ja, und danke mal noch fürs Mitspielen, als als Preis, jetzt sieht man sich den Podcast, wenn wir nachher ein Foto machen, habe ich ein Sackerl Wiener Zuckerl für dich. Vielen Dank, als kleines Dankeschön, als kleinen Trost dafür, dass dann Deutschland gegen Österreich damals verloren hat. Aber ich glaub, man sieht es an den, man sieht es ja an der Bilanz, so nach wie vor, auch wenn der DFB eine kleine Schwächephase hat. Trotzdem glaub ich noch weit vor Österreich. So, damit beende ich das, bevor du zu einem Fußballpodcast wirst, sag ich herzlichen Dank an den Frank Linneberg, heute zu Gast in unserem Podcast Frank Linneberg von der AI AG zum Thema Österreich und deutschen Ländervergleich in der öffentlichen Vergabe. Sag ihr Dankeschön fürs Kommen.

Frank Linneberg

Vielen Dank für die Einladung.

Manuel Aghamanoukjan

Dankeschön, Tschüss. Das war es von uns. Bis zum nächsten Mal. Damit Ihnen kein wertvoller Insight entgeht, abonnieren Sie uns oder besuchen Sie uns auf auftrag.at/podcast

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