#13 Nachhaltigkeit trifft Vergabepraxis: Erfolgsfaktoren für grünere Beschaffungen
Katrin Panzenböck und Nina Anzeletti über nachhaltige Kriterien, Vergabeverfahren und Projekte von viadonau
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Welche nachhaltigen Anforderungen können öffentliche Auftraggeber:innen schon heute festlegen? Und wie lässt sich prüfen, ob eine zugesagte Lösung auf der Baustelle tatsächlich umgesetzt wird? Manuel Aghamanoukjan spricht mit Katrin Panzenböck und Nina Anzeletti über die Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger öffentlicher Beschaffung.
Nina Anzeletti ordnet die rechtlichen Grundlagen ein: von den Zielen für nachhaltige Entwicklung über das Vergaberecht bis zum naBe-Aktionsplan. Sie erklärt, welche Rolle Gütezeichen und Zertifizierungen spielen und warum eine Markterkundung hilft, realistische Anforderungen zu formulieren.
Katrin Panzenböck berichtet aus der Vergabepraxis von viadonau. An der Sanierung von Treppelwegen zeigt sie, wie Kriterien für Baugeräte und Transportwege eingesetzt werden. Außerdem sprechen die drei über offene Verfahren, Verhandlungsverfahren und ein Arbeitsschiff, das zur Aufzuchtstation für Störe umgebaut wird. Zum Schluss geht es um die Kontrolle vereinbarter Leistungen, Förderungen und die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.
Unsere Gäst:innen
Katrin Panzenböck war zum Zeitpunkt der Aufnahme stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung bei viadonau. Ihr Schwerpunkt liegt unter anderem im Vergaberecht und in der nachhaltigen Beschaffung. Nina Anzeletti beschäftigt sich mit Vergabe-, Umwelt- und Energierecht sowie Green Compliance. Beide haben am Kodex Green Compliance 2024 mitgearbeitet.
Links zur Episode
- Kodex Green Compliance 2024
- Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
- Aktionsplan nachhaltige Beschaffung naBe
- Public Buyers Community zu nachhaltigen PV-Technologien
- Projekt Life Boat 4 Sturgeon bei viadonau
- Projektwebsite Life Boat 4 Sturgeon
- Website von viadonau
- Bisherige Podcast-Website
Über Vergabe Insights
Einblicke & Erfahrungen statt Paragrafen & Theorie. Manuel Aghamanoukjan spricht mit Expert:innen, Auftraggeber:innen und Unternehmer:innen über Erfahrungen, Entwicklungen und Erfolgsfaktoren rund um öffentliche Ausschreibungen.
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Kapitel
- Intro
- Nachhaltigkeit als Hebel der öffentlichen Beschaffung
- Rechtlicher Rahmen und SDGs
- Der naBe-Aktionsplan
- Zertifikate und Markterkundung
- Nachhaltige Kriterien bei viadonau
- Treppelwege und nachhaltige Baugeräte
- Offenes Verfahren oder Verhandlungsverfahren
- Chancen für Unternehmen und Markterkundung
- Ein Arbeitsschiff als Aufzuchtstation für Störe
- Vergabeverfahren für innovative Lösungen
- Kontrolle und Pönalen in der Umsetzung
- Förderungen und grenzüberschreitende Projekte
- Ausblick und Wünsche an die Beschaffung
Transkript
Nina Anzeletti
Die Frage, die wir uns früher gestellt haben, dürfen wir sogar nachhaltige Aspekte berücksichtigen? Ist rückblickend etwas absurd, weil wir kommen immer mehr hin zum verpflichtenden Teil der Nachhaltigkeit?
Gesamtes Transkript anzeigen
Katrin Panzenböck
Da haben wir eben wieder die macht, sozusagen diese Unternehmen, damit irgendwie Anreize zu schaffen.
Nina Anzeletti
Und Signale zu senden, wir hätten euch gerne, aber wir hätten auch gerne, dass ihr Zertifizierungen habt, dass ihr Managementmaßnahmen ergreift, um diese Verantwortung für die Umwelt zu teilen.
Katrin Panzenböck
Wie wir. Diese Verantwortung für die Umwelt zu teilen.
Sina Löw
Vergabe Insights der Podcast von auftrag.at Wissen rund um Vergabeverfahren für Auftragnehmer:innen und Auftraggeber:innen. Wir geben Ihnen Einblicke und halten Sie über die Welt der Vergabe auf dem Laufenden. Sprecher:in unklar: Was? Was?
Manuel Aghamanoukjan
Herzlich willkommen zu Vergabe Insights, dem ersten Podcast zur öffentlichen Beschaffung in Österreich, präsentiert von auftrag.at. Mein Name ist Manuel Aghamanoukjan. Sprecher:in unklar: Kann man ja, klar. Die öffentliche Hand ist mit Abstand die größte Auftraggeberin Österreichs und hat damit eine immense Marktmacht. Diese kann genutzt werden, um nachhaltiges und klimaschonendes Wirtschaften aktiv voranzutreiben. Da ist es fast schon logisch, dass es in Österreich und der gesamten EU bereits zahlreiche rechtliche Möglichkeiten und Vorgaben für den Bereich der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung gibt. Die heutige Episode unseres Podcasts beschäftigt sich damit, wie diese Ansätze entstanden sind und wie nachhaltige Beschaffung konkret in der Praxis umgesetzt werden kann. Dabei freue ich mich besonders, zum ersten Mal in unserem Podcast zwei Vergabeexpertinnen, Katrin Panzenböck und Nina Anzeletti, gleichzeitig zu Gast zu haben, die ich Ihnen jetzt vorstellen möchte. Unsere erste Gäst:in ist Magistra Katrin Panzenböck. Sie ist Juristin aus Niederösterreich und hat an der Uni Wien sowie der Johannes Kepler Uni Linz Rechtswissenschaften studiert. Nach ihrer Gerichtspraxis am Oberlandesgericht Wien wechselte sie zu viadonau, wo sie heute als stellvertretende Leiterin der Rechtsabteilung tätig ist. Zu ihren Fachgebieten zählen internationales Vertragsrecht, Claim Management, Umweltrecht sowie Vergaberecht mit dem Schwerpunkt auf Bau- und Softwareprojekten. Besonders intensiv beschäftigt sie sich mit nachhaltiger Beschaffung, die sie bei viadonau erfolgreich in der Praxis umsetzt. Und weil vielleicht nicht jeder weiß, was viadonau ist: viadonau betreut rund 300 Kilometer Flüsse, die Donau, March oder Thaya, sorgt für ein effizientes Verkehrsmanagement an neun Donauschleusen und kümmert sich um rund 500 Kilometer Treppelwege. Mit 270 Mitarbeiter:innen kümmert sich das Unternehmen täglich um den Schutz und die Entwicklung des Donauraums und modernisiert zudem Hochwasserschutzanlagen. Darüber hinaus arbeitet die viadonau eng mit der EU und anderen Mitgliedstaaten an der Weiterentwicklung der Wasserstraße Donau. Und so unterliegt es als öffentliche Auftraggeberin dem Bundesvergabegesetz. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilt Katrin Panzenböck nicht nur heute in unserem Podcast, sondern unter anderem auch als Koautorin des Kodex Green Compliance 2024, der im Juli 2024 veröffentlicht wurde. Eine der weiteren Autor:innen dieses Kodex ist meine zweite Gäst:in, Magistra und Bachelor of Science Nina Anzeletti. Nina hat Rechtswissenschaften an der Uni Graz und Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert. Eine nicht ganz alltägliche Kombination, die sich als ideal für die Themen Green Compliance und nachhaltige öffentliche Beschaffung erwiesen hat. Sie ist zertifizierte Compliance Officer, Lektorin an der Hochschule Burgenland für Green Compliance und Mitglied der Green Climate Law Association. Sie hat umfangreiche Publikationen zu Compliance-Themen verfasst und beschäftigt sich intensiv mit den Schwerpunkten Vergabe-, Umwelt- und Energierecht. Katrin Panzenböck und Nina Anzeletti kennen sich bereits aus verschiedenen Projekten, darunter ihre gemeinsame Arbeit am Kodex Green Compliance 2024. Daher sind wir auch auf Wunsch unserer Gäst:innen in dieser Episode per du. Liebe Katrin, liebe Nina, vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt. Herzlich willkommen in unserem Podcast.
Katrin Panzenböck
Hallo Manuel, Danke Manuel.
Manuel Aghamanoukjan
Falls ihr noch was zu meiner Vorstellung auch noch etwas hinzufügen, habe ich was vergessen?
Katrin Panzenböck
Ich glaube, ich wurde noch nie so vollständig vorgestellt. Ich fühl mich richtig geehrt, hier zu sein. Für die Einladung für die Initiative.
Manuel Aghamanoukjan
Wunderbar, bitte auch Nina. Wie ich jetzt in meiner Einleitung erwähnt habe, hat die öffentliche Hand in Österreich eine immense Marktmacht und kann einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Nina Anzeletti
Kann ich nur bestätigen. Ja, vielen Dank.
Manuel Aghamanoukjan
Ist es ja spannend, dieses Thema. Nachhaltige Beschaffung hat sich erst in den. Letzten Jahren ja so entwickelt und war ja wie er begonnen hat, es mit Vergaberecht oder mit Beschaffungen dann eigentlich wirklich ein Thema aus eurer Sicht für den Einstieg? Warum ist das dieses Thema? Sich das so rasant entwickelt und welche Bedeutung hat das für euch?
Katrin Panzenböck
Also der Auftraggeber hat wie Du sagst ein immense Marktmacht. Das heißt, die der Auftraggeber hat die Hebelwirkung, um private Unternehmen sozusagen an der Hand zu nehmen. Und dass man gemeinsam was für das Klima, für die Umwelt generell, für die Erde tut, weil, wenn niemand schnell er mal gesagt, hergeht und sagt, Hey, ich hätte gerne mehr nachhaltige Lösungen, dann würden die privaten ja auch nicht derart agieren, und wir müssen ressourcenschonend mit unserer Erde umgehen, und deswegen hat der Auftraggeber halt diese macht.
Nina Anzeletti
Ja, laut WIFO sind es fast 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Österreich, die öffentliche Auftraggeber in den Markt spielen. Und dadurch ergibt sich die Hebelwirkung.
Manuel Aghamanoukjan
Ja, vielen Dank, Nina. Jetzt, bevor wir mit Katrin in die konkreten Beispiele und Umsetzungen gehen, auch wie viadonau im Bereich nachhaltiger Beschaffung agiert, ist vielleicht interessant, dass wir einmal allgemein über den rechtlichen Rahmen der nachhaltigen Beschaffung sprechen. Vorgaben und Leitlinien, wie zum Beispiel den Aktionsplan für nachhaltige Beschaffung, geben den öffentlichen Auftraggeber:innen Orientierung und auch vor allem wie prägen sie den Weg zu einer nachhaltiger Vergabe?
Nina Anzeletti
Das ist eine wichtige Frage und ich glaube, die Antwort liegt auf dem Tisch. Vor mir liegt der Kodex Green Compliance, den wir gemeinsam verfasst haben. Und er beginnt mit den SDGs. Das ist eigentlich auf völkerrechtlicher Ebene schon eine Verpflichtung, zu der sich auch die EU und Österreich verpflichtet haben, und stellt Nachhaltigkeit sehr breit auf. Dann ins Vergaberecht: Auf Bundesebene kommt die Nachhaltigkeit im Paragraph 20 zum Beispiel Absatz 5, die Umweltgerechtheit der Beschaffung ist bedacht zu nehmen und der öffentliche Auftraggeber ist sozusagen durch das Vergaberecht unmittelbar verpflichtet. Prinzip zu würdigen in seinem Beschaffungsvorhaben. Was der Begriff Umweltgerechtheit wieder bedeutet, ist eine andere Frage im auf EU Ebene. Der Richtlinie heißt es Nachhaltigkeit und im Englischen auch Sustainability. Also ich glaub da gibt es keinen Zweifel mehr, dass dieses Prinzip fest verankert ist und die Frage, die wir uns früher gestellt haben, dürfen nachhaltige Aspekte berücksichtigen, ist rückblickend etwas absurd, weil wir kommen immer mehr hin zum verpflichtenden. Teil der.
Katrin Panzenböck
Nachhaltigkeit, das betrifft doch dann eigentlich die rasante Änderung, weil ich glaub, wie wir beide begonnen haben, hat man diesen Rechtsbereich, der das Vergaberecht hat, das noch nicht so in diesem Ausmaß gegeben. Man sieht sehr wohl in den letzten Jahren insbesondere, dass die EU sehr dahinter ist und eigentlich einer Verordnung nach der anderen Rausschießt, um einfach die Grundlagen zu setzen, damit wir alle eigentlich nachhaltig agieren können. Und neben dem Bundesvergabegesetz und gibt es halt auch sehr viele EU Verordnungen mittlerweile, die wirklich dazu beitragen. Und man sieht auch immer mehr, dass die Auftraggeber sich sehr viele Gedanken machen, wie sie die auch gut umsetzen können. Und ich sage mal, aus Sicht des Auftraggebers ein Gesetz zu machen ist leichter. Ist tatsächlich anzuwenden.
Nina Anzeletti
Und die Übersicht zu behalten, vor allem wie wir gestern wieder besprochen haben, genau.
Katrin Panzenböck
Und die Übersicht war halt genau.
Manuel Aghamanoukjan
Weil ich ja den Begriff jetzt zweimal erwähnt habt. SDG könnt ihr kurz erklären was das bedeutet?
Nina Anzeletti
Entstanden ist es eigentlich aus einem völkerrechtlichen Übereinkommen der Vereinten Nationen, die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung. Und ich sehe das nicht nur aus aus österreichischer Sicht. Das ist einfach ein globales Phänomen. 193 Mitgliedstaaten haben sich da verpflichtet, diese Ziele zu verwirklichen und bis bis 2030 umzusetzen. Noch ein weiter Weg und Österreich kann einen Beitrag dazu leisten, für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
Katrin Panzenböck
Genauso ist es und so hat sich auch, oder haben sich eigentlich viele Auftraggeber auch selbst dieses Ziel? Verlegt bis 2030 auch sozusagen autark zu werden, damit man auch hier wirklich als Vorbildfunktion vorangeht.
Manuel Aghamanoukjan
Gibt's auch in Österreich aus eurer Erfahrung gibt es sozusagen noch auf EU Ebene, dass es viele Regelungen gibt. Gibt es aus eurer Sicht auch in Österreich jetzt spezielle Regelungen? Vorschläge, Pläne, die da ja speziell auch in Österreich den Auftraggeber:innenorientierung geben kennst. Du da was?
Katrin Panzenböck
Ja, ich glaub, das Wichtigste ist sowieso der naBe-Aktionsplan. Der ist aus Auftraggebersicht eingeschränkt anwendbar, weil er sehr viele gute Bereiche regelt, aber es gibt auch Bereiche wie den Tiefbau, wo leider nicht so viele Möglichkeiten vorgegeben werden. Ist wiederum für den Auftraggeber sehr sehr gut, weil er selbst ideenreich überlegen kann, wie kann ich nachhaltiger werden.
Nina Anzeletti
Er bietet Anreize. Ja, der. Der Aktionsplan beinhaltet 16 Produktgruppen. Das Besondere ist, dass diese Beschaffungsgegenstände noch keinen direkten Bezug zu Nachhaltigkeit haben. Aber neu dazu kommt, und das sehe ich bei einem aktuellen Ausschreiben immer mehr, dass der Leistungsgegenstand schon nachhaltige Themen beinhaltet. Die Beschaffung von innovativen. Sagen wir Softwarebeschaffung im Bereich Lieferkettenrisikomanagement, Upcycling, also Kreislaufwirtschaft.
Katrin Panzenböck
Also da kann man dann sehr gut unterscheiden, eben die Leistung per se ist nachhaltig oder ich möchte, dass die Leistung nachhaltig durchgeführt wird.
Manuel Aghamanoukjan
Wir haben in der Vorbereitung auch noch über Zertifikate und Umweltgütezeichen gesprochen, Nina, die immer wieder im Zusammenhang mit nachhaltiger Beschaffung erwähnt werden. Kannst du uns kurz erklären, warum sie wichtig sind und ob sie öffentlichen Auftraggeber:innen helfen können, ihre Beschaffungen nachhaltiger zu gestalten?
Nina Anzeletti
Ich habe die Idee. Die Idee mit den Zertifikaten ist, den Prozess einfacher zu machen. Die Vergleichbarkeit zu garantieren und den Prozess einfacher zu machen, wobei der öffentliche Auftraggeber immer schauen sollte, ob der Markt das, was sie haben wollen, auch hergibt. Und ich? Kann ganz viele Zertifikate verlangen und ganz viele Produkte mir wünschen. Wenn der Markt das nicht hergibt, werde ich die Ausschreibung wahrscheinlich umsonst machen und widerrufen müssen oder gar kein Angebot bekommen. Ich bräuchte.
Katrin Panzenböck
Genau, und da kann ich gleich mal als Tipp. Eine Markterkundung im Vorhinein zu machen, ist immer gut geraten, weil wir stellen fest, dass nicht jedes Unternehmen gewisse Zertifizierungen haben. Und da haben wir eben wieder die Macht sozusagen. Diese Unternehmen damit irgendwie Anreize zu schaffen.
Nina Anzeletti
Und Signale zu setzen.
Katrin Panzenböck
Und Signale zu senden: Wir hätten euch gerne, aber wir hätten auch gerne, dass ihr Zertifizierungen habt, dass ihr Managementmaßnahmen ergreift, um auch wie wir diese Verantwortung für die Umwelt zu teilen.
Nina Anzeletti
Wie die EMAS-Zertifizierung zum Beispiel?
Katrin Panzenböck
Eine Zertifizierung, die auch viadonau hat.
Manuel Aghamanoukjan
Um was geht es bei der Zertifizierung als Beispiel?
Nina Anzeletti
Das ist eine Umweltmanagement-Zertifizierung auf EU-Ebene. Geregelt auf EU-Ebene. Das weltweite Pendant ist die ISO 14001.
Katrin Panzenböck
Genau.
Manuel Aghamanoukjan
Ja, danke vielmals. Immer recht spannend ist ein bisschen Henne ein Problem, dass sie sich gut. Also wenn ich jetzt als öffentlicher Auftraggeber hier Nachfrage quasi zeige und sage ich ja mit diesem, sondern mit diesem Güterzeichen, kannst du was gewinnen, dann setzt man sicherlich entsprechende Impulse. Katrin, wir hatten jetzt schon das Stichwort viadonau. Gehen wir ein bisschen mehr in die Praxis hinein. Du bist bei viadonau für Beschaffungen im Rahmen von Vergabeverfahren tätig. Wir reden da jetzt nicht nur von der Theorie, sondern von der Praxis. Und du beschäftigst da auch intensiv mit nachhaltiger Beschaffung. Kannst du nicht einmal aus der Praxis einen Einblick geben, wie ihr bei der viadonau Nachhaltigkeit in euren Vergabeverfahren integriert? Und vielleicht kannst du auch das hast du mir versprochen, dass du auch von ein paar konkreten Vergabeprojekten erzählen kannst, wie diese Ansätze dort auch umgesetzt, also in der Praxis.
Katrin Panzenböck
Also begonnen haben wir, dass wir nachhaltige Kriterien in den Zuschlagskriterien verfestigt haben. Auch hier vielleicht ein kurzer Wissensaustausch. Zuschlagskriterien für diejenigen, die sie nicht kennen. Man kann unterscheiden zwischen Eignungs und Zuschlagskriterien, das heißt, Eignungskriterien sind das Mindestmaß, was der Bieter, das Unternehmen bringen muss. Zuschlagskriterien sind jene Kriterien, mit denen er Zusatzpunkte gewinnen kann. Nachhaltige Kriterien kann man aber auch in der Leistungsbeschreibung schon festlegen, indem einfach die Leistung nachhaltig durchgeführt wird. viadonau hat zu Beginn dieser rasanten Änderung begonnen, nachhaltige Kriterien in den Zuschlagskriterien zu verfestigen. Indem wir, ich glaub, als Allererstes haben wir einfach mal E-Fahrzeuge für unsere Schlüsselpersonen gefordert. Das ist aber auch schon Jahre her. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir sagen, wir wollen die nachhaltigen Kriterien in den Eignungskriterien, das heißt, Unternehmen, die diese Kriterien nicht erfüllen, haben eigentlich keine Chance, keine Chance, und so können wir wirklich aktiv einen Hebel setzen und aktiv den Unternehmen mitteilen, ist jetzt eigentlich wunderbar, wenn ihr auch Verantwortung trägt.
Nina Anzeletti
Also Zuschlagsebene ist es die Qualität, die. Diese Umweltkriterien beinhalten und ein sehr günstiger Bieter könnte quasi einen nachhaltigeren ausstechen; auf Eignungskriterien-Niveau kommt niemand durch, egal wie günstig er ist.
Katrin Panzenböck
Genauso ist es, also kann man immer mehr das Billigstbieterprinzip in den Hintergrund drängen.
Nina Anzeletti
Das ist nämlich die strengere.
Katrin Panzenböck
Und ich sehe es auch bei uns. Wir geben es sehr stark weg von billigstem Prinzip und versuchen immer mehr, das Bestbieterprinzip anzuwenden. Wobei Eignung und Zuschlagskriterien bei uns nachhaltig sind.
Nina Anzeletti
Möchtest du das Treppelweg Beispiel erzählen?
Katrin Panzenböck
Ja, wir haben sehr erfolgreich in den letzten Jahren Treppelwegsanierungen nachhaltig umgesetzt. Bedeutet das konkret? Wir haben aktiv verlangt, dass uns die Unternehmen, also sprich Unternehmen, Baugeräte verwenden, bei der Bauausführung, die zum Beispiel mit HVO betankt sind. Vielleicht gehe ich noch einmal kurz zurück für alle, die nicht wissen, was Treppelwege sind.
Nina Anzeletti
Na, was ist das überhaupt?
Katrin Panzenböck
Das sind Uferbegleitwege gewesen, auf denen früher Menschen kleinere Schiffe mit der Hand gezogen haben. Auch Pferde haben diese Schiffe gezogen, daher der Name Treppelwege. Das Getrappel der Pferde. Mittlerweile sind Treppelwege auch als Radfahrwege bekannt, die Tourismusdestination Nummer eins. Damit man durch Wurzelschäden nicht stürzt, weil ja links und rechts Bäume wachsen, führen wir Sanierungen dieser Treppelwege durch. Sie werden, ganz lapidar gesagt, asphaltiert. Im größten, im größten Sinne. Und deswegen schauen wir halt genau hier, dass Asphaltwege kurz sind von den Asphaltmischwerken, haben hier auch ein Punktesystem. Je kürzer das Asphaltwerk zur Baustelle liegt, desto erstens ist der Asphalt besser zum Verarbeiten. Und zweitens ist der Transportweg mit dem Lkw kürzer und das bedeutet, und das bedeutet weniger CO₂.
Nina Anzeletti
Also ökologischer.
Katrin Panzenböck
CO₂-Verstoß. Das andere ist eben, dass die Baugeräte eben mit HVO betankt werden und nicht mehr mit Benzin oder Diesel oder dass einfach auch die Baumaschinen oder Lkw tatsächlich auf Elektro oder Wasserstoff eingesetzt werden. Mit also wir haben jetzt auch n. Wir haben zum Beispiel bei der letzten Baustelle einen E-Bagger eingesetzt. Da kann ich als Tipp mitgeben: Das ist im städtischen Bereich einfacher als weit draußen, weil man nicht vergessen darf, dass man E-Bagger oder E-Geräte laden muss. Heißt, man muss schon irgendwo als Auftraggeber auch Ladestationen zur Verfügung stellen, weil sonst ist hier auch einfach. Also wichtig ist, dass man hier auch gemeinsam mit dem Bauunternehmen immer zusammenarbeitet.
Nina Anzeletti
Und das als Verfahren würde sich wahrscheinlich das Verhandlungsverfahren eignen, um um solche Möglichkeiten zu eruieren. Mitteln Wirtschaftsteilnehmern nehme ich an.
Katrin Panzenböck
Wir führen es eigentlich tatsächlich als offenes Verfahren durch, weil wir halt wirklich von unseren. Markt wissen, dass sie das auch einsetzen können.
Nina Anzeletti
Was gar kein Verhandlungsraum mehr gibt für euch.
Katrin Panzenböck
Nein, insbesondere deswegen, weil gerade die Leistungsbeschreibung eine sehr abschließende ist und hier jetzt nicht unbedingt auf ein Konzept gewertet werden muss, wo wir dann eher mit Verhandlungsverfahren uns weiterhelfen. Sind dann eher so, ich nenne sie jetzt mal Gebäudesanierungen oder die Elektrosteuerung von der Wehr, also die Wehr ist an der Donau für die Donauschleusen und da sind wir wieder bei konstruktiver Leistungsbeschreibung, das ein Verhandlungsverfahren besser. Oder wenn wir Schiffe beschaffen. Das ist auch natürlich nicht. Immer ist auch kein 08/15. Also gerade wenn wir Schiffe beschaffen, schauen wir natürlich auch, dass wir innovative Konzepte bekommen und da ist dann ein Verhandlungsverfahren sehr gut geeignet.
Nina Anzeletti
Wo ihr Konzepte bewertet und noch mal in die Verhandlung geht. Mhm.
Katrin Panzenböck
Genau, genau, genau.
Manuel Aghamanoukjan
Das zeigt aber so schön, dass ich eigentlich unbedingt, nur weil ich jetzt nachhaltig beschaffe, jetzt als Vergaberechtlich gesehen, dass ich jetzt einfach das Rad komplett neu erfinden muss, heißt, ich kann bewährte. Vergabeverfahren verwenden, muss aber die Inhalte entsprechend anpassen. Ich habe auch die Möglichkeit, entsprechende Kriterien zu gestalten. Das war ein gutes Beispiel, da sind teilweise objektive Kriterien wie die Entfernung dabei. Wie hast du da die Erfahrung gemacht? Dem Unternehmen war das jetzt für die so Oh, was verlangen die? Keine Ahnung das dann eigentlich eh schon. Ah OK ja kann ich dir jetzt. Die Entfernungen und solche Dinge, um diese Kriterien zu beantworten. Wie war deine Erfahrung bei deinen Vergabeprojekten?
Katrin Panzenböck
Dann haben wir schon festgestellt, dass die, dass der Markt sehr zögerlich wirkt und sehr zögerlich anbietet. Dementsprechend. Aber ich sag gerade in den letzten 2 Jahren gibt es kein. Angebot, in dem nicht nachhaltig mit angeboten wird. Jedes Unternehmen versucht, mitzumachen und die Kriterien zu erfüllen. Das E-Auto ist bei uns mittlerweile Mindesteignung. Wir sehen auch immer mehr den Einsatz von Baugeräten und den autarken Betrieb von Baustellen. Wir hätten gern, dass gewisse Geräte auf der Baustelle elektrisch betrieben werden Oder zum Beispiel mit erneuerbarer Energie geladen oder eingesetzt werden.
Manuel Aghamanoukjan
Vielleicht auch eine Frage an euch beide, wenn wir gerade vom Unternehmen reden. Wie seht ihr sozusagen jetzt habt ihr von Auftraggeberseite mal ganz gut auf der Gebenheit auch beschrieben, wie das denn so ist. Einer nachhaltigen Vergabe und Vergabeprojekten wie sieht es ihr für Unternehmen, die Herausforderungen, die sich da so aus nachhaltigen Vergabeverfahren ergeben, sind das Chancen aus eurer Sicht sind das eher blocker. Habt ihr da auch Rückmeldungen von von auch Unternehmen bekommen? Zuge eurer Vergabeverfahren.
Nina Anzeletti
Ich hab keine Rückmeldung von Unternehmen, aber ich sehe es auf jeden Fall als Chance für den ganzen europäischen Markt, sich da zu etablieren und unternehmen. Würde ich hatten sich sichtbar zu machen am Markt, wenn der Auftraggeber gar nicht weiß, dass es diese Möglichkeit gibt, wie das auch nicht ausschreiben. Es gibt immer wieder die Möglichkeit, den Auftraggeber aufmerksam zu machen, auf eine innovative Idee, sei es im Verhandlungsverfahren oder in Form von Bieterfragen über über die Social Media Kanäle aufzutreten, um sich. Auf dem Markt zu zeigen und den öffentlichen Auftraggeber quasi. Hinzuweisen.
Katrin Panzenböck
Genauso ist es, und da sind wir eigentlich wieder da. Auch der Auftraggeber muss seine Arbeit leisten und entsprechende Markterkundungen und Marktsondierungen durchführen. Sonst weiß er nie, was der Markt tatsächlich hergibt.
Nina Anzeletti
Markterkundung.
Katrin Panzenböck
Also von jedem, also vor jedem Vergabeverfahren sollte wirklich eine detaillierte Markterkundung liegen, zu wissen, was möchte ich, ist was anderes. Was gibt der Markt tatsächlich? Weil meistens möchte ich weniger und es gibt eigentlich viel mehr am Markt und so kann man wirklich gemeinsam an einem etwas guten Arbeiten.
Nina Anzeletti
Die Lage ist so dynamisch, dass man eine Markterkundung beginnt und beendet, und der Markt ist schon wieder anders. Gerade im Softwarebereich tut sich eigentlich jede Woche etwas, Stichwort KI. Ist die.
Katrin Panzenböck
Ja, vielleicht nicht nur im Software Bereich, weil da kann ich auch mit einem guten viadonau Projekt ein Beispiel bringen. Wir haben ein Arbeitsschiff, das ist, ich glaube jetzt gefühlt 70 Jahre. Das wird aber nicht mehr eingesetzt. Jetzt, und um dieses Schiff nicht verschrotten zu müssen, haben wir uns mit anderen Stakeholdern zusammengetan und bauen dieses Schiff zu einer Aufzuchtstation für Störe um.
Nina Anzeletti
Was sind Störe?
Katrin Panzenböck
Störe sind Fische, die Kaviar produzieren.
Nina Anzeletti
Kaviar.
Katrin Panzenböck
Sie sind aber auch dafür bekannt, dass sie in Europa fast ausgestorben sind. Und das kann man sich gar nicht vorstellen, dass eine Tierart in Europa ausstirbt. Und wir gehen jetzt her und haben. Diese Idee gehabt. Wir wollen dieses Schiff umbauen, aber gibt es überhaupt Unternehmen in Europa, die uns dabei helfen? Weil? Was bedeutet das? Wir möchten Aquarien auf dieses Schiff bauen. Das ist keine 08/15-Leistung einer Schiffswerft. Brauchst du wirklich spezielle Unternehmen, die das können? Wir haben eine europäische Markterkundung durchgeführt und wirklich genau den Markt dahingehend abgefragt. Liebe Marktteilnehmer, könnt ihr uns gewisse Aquarien auf dieses Schiff bauen? Und das sieht man halt wiederum. Das ist an sich schon ein nachhaltiges Projekt, um eben nicht irgendetwas zu verschrotten und es hat sich dann auch ein Unternehmen. Also es haben sich Unternehmen gemeldet und mit einem haben wir halt wirklich einen Auftrag abschließen können. Parallel natürlich auch noch ein weiterer Auftrag mit einer Werft. Jetzt wird dieses Schiff zu einem Aquarium sozusagen umgebaut und wenn alles gut im Bauzeitplan bleibt, wird es nächstes Jahr bei der Donauinsel verheftet. Und dann können Fische gezüchtet werden, en masse.
Manuel Aghamanoukjan
Das sind so gleich auch dann noch ein schönes Beispiel von angewandten Vergaberecht. Will ich gleich einhaken? Gesagt vor sagt man kann es mit normalen Vergabeerfahren sowas auch machen. Wenn es aber jetzt in die Richtung geht, gerade im Bereich Nachhaltigkeit in der du hast es vorher erwähnt, dass ich da auch sehr viel was ändert, wenn es wirklich um eine sehr innovative Lösungen gibt, gibt es aus deiner Sicht vergaberechtlich dann noch komme ich noch mit normalen Verfahren durch. Es dann für sowas ganz besonders innovatives dann auch hier andere Dinge mit anderen Verfahren wo? Wirst du wieder einen öffentlichen Auftraggeber dahin? Was würdest du einem öffentlichen Auftraggeber raten: Mach das oder jenes?
Nina Anzeletti
Ich habe das Vergaberecht, so wie es momentan aufgestellt ist, bietet sehr viele Möglichkeiten, innovativ vorzugehen und nicht nur das offene Verfahren zu wählen. Sondern andere Verhandlungssofern haben wir schon angesprochen, aber zum Beispiel das dynamische Beschaffungssystem. Bietet die Möglichkeit, das unbefristet zu implementieren. Es hat keine maximale Laufzeit und Wirtschaftsteilnehmer können sich laufend für dieses dynamische Beschaffungssystem bewerben. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Ware oder Leistung, die ich beschaffen möchte, bereits als Kategorie am Markt verfügbar ist. Bei einer für mich maßgeschneiderten Leistung wäre das dynamische Beschaffungssystem Nicht ganz ideal, aber ich würde sagen das Vergaberecht. Bietet kreative Lösungsansätze.
Katrin Panzenböck
Ja, zum Beispiel der wettbewerbliche Dialog, dass es auch immer ne gute Möglichkeit, aber ich will auch hier wieder ein bisschen aus der Praxis plaudern, dass man wirklich nicht erst eigentlich bei der Durchführung, also ich bin ja, meine Spezialisierung ist ja Bauprojekte, dass man nicht eigentlich erst bei der Durchführung des Baus beginnt, sondern eigentlich schon viel weiter vorne beginnt, nämlich bei Planungsleistungen, jedem Bauprojekt im Vordergrund steht die Planungsleistung, und eigentlich hier sollte man schon mit einem Verhandlungsverfahren eigentlich am besten. Den Planer finden, der mit dir gemeinsam Konzepte erarbeitet, die wirklich nachhaltig sind, angefangen von dem Materialkonzept, einer einer Wiederverwertung von Materialien, auch den ganzen Lebenszyklus. Wie gehe ich dann weiter damit vor oder was passiert dann auch im Fall? Ja genau und da sollte man dann eigentlich schon beginnen, weil mit einem guten Planungsauftrag oder einem Planungsergebnis find ich dann auch eine sehr gute nachhaltige Bauumsetzung und da geh ich dann halt weiter.
Nina Anzeletti
Am Ende ja.
Katrin Panzenböck
In wieder vielleicht ein Verhandlungsverfahren gerade für Großprojekte im Bau. Dass ich mir eigentlich auch von den Unternehmen solche Konzepte dann wünsche beziehungsweise sogar einfordere, dass ich ihnen eigentlich gar nicht viel vorgebe, so was sie liefern sollen, sondern ich möchte wissen, was könnt ihr liefern? Und fordere sie gleichzeitig auf, innovative Ideen zu liefern. Ich als Auftraggeber kann das bewerten, bepunkten, und die innovativste oder nachhaltigste Lösung, vielleicht auch beides, kann den Zuschlag bekommen. Und ich glaub, so kann man wirklich auch gut zum Ziel kommen, dass die Umwelt zu schonen, unsere Ressourcen zu schonen und im Großen und Ganzen auch CO₂ einzusparen.
Nina Anzeletti
Ich glaube, was man nicht vergessen darf, man muss die Dinge, die man in dem Verhandlungsverfahren festlegt, oder die Lösungen, die man findet, muss man auch in den Leistungsvertrag. bringen und während der Laufzeit der Leistung kontrollieren, pönalisieren und überwachen.
Katrin Panzenböck
Das ist ein sehr wichtiges Thema, weil gut und schön, dass mir Unternehmen was anbieten können. Aber ich muss sie tatsächlich, wie du sagst, pönalisieren, aber eher kontrollieren, am besten immer mit der örtlichen und ökologischen Bauaufsicht. Die ist meistens vor Ort, die können mir dann auch wirklich rückmelden. Dein Unternehmen, das den Zuschlag erteilt bekommen hat, die setzen das tatsächlich um und da. Ist schon wieder das Thema, wenn sie es nicht. Oder wenn sie darauf vergessen. Es gibt verschiedene Gründe. Als Auftraggeber sollte man die Pönale tatsächlich ziehen und nicht einfach davon absehen. Auch das Absehen von einer Pönale ist vergaberechtlich geregelt. Muss.
Nina Anzeletti
Es ist zwingend. Ja, sonst wären wir beim Greenwashing. Also wenn sich der Unternehmer grüner darstellt, also ist und den Zuschlag erhält und der Auftraggeber Draufkommt, das war. Doch nicht der Fall. Er kann das nicht anbieten und erfüllt die Leistung nicht so wie vereinbart. Hat der öffentliche Auftraggeber das zu sanktionieren. Den Festlegungen im Vertrag.
Katrin Panzenböck
Genau. Und soll der das doch nicht machen, muss man auch beachten als Auftraggeber das vielleicht Förderkürzungen dann im Raum stehen, das ist auch nämlich immer ein Thema, gerade bei den jetzigen Projekten. Ich glaub österreichweit kann ich das sprechen. Sehr viele Projekte sind gefördert, weil wir wissen, es war jetzt auch ein großes Ziel. Glaube, die Moore, Flüsse und Seenatur zu renaturieren.
Nina Anzeletti
Zu.
Katrin Panzenböck
Und ich glaub, das vergessen wir auch dann einfach viele, wenn sie eben, wie du sagst, nicht zwingend Pönalen vorsehen. Fragt sich dann natürlich die Förderprüfstelle, wieso nicht? Wenn das nicht gut und nachvollziehbar dokumentiert ist, muss man auch Förderkürzungen in Betracht ziehen.
Manuel Aghamanoukjan
Nur zum Verständnis, das heißt als öffentlicher Auftraggeber, wie du gerade erwähnt hast. Wenn ich jetzt ein Projekt mache, zum Beispiel um ein Moor, also mit der viadonau, die ja mit den Flüssen zu tun hat, und da habt ihr ein Projekt, wo jetzt Moor oder eine Aulandschaft zum Beispiel revitalisiert. Das heißt, du kannst dann als Auftraggeberin hier auch dann Fördermittel lukrieren, wenn du. Projekt richtig umsetzt korrekt, habt ihr richtig verstanden.
Katrin Panzenböck
Genau lukrierendes.
Manuel Aghamanoukjan
Also Lukrieren ist falsch.
Katrin Panzenböck
Aber ich vielleicht n falsches Wort, bevor wir ein Projekt in die Wege leiten, arbeiten wir sehr eng mit der Europäischen Kommission zusammen oder auch mit anderen Mitgliedstaaten und tun uns zusammen um, um eben hier Renaturierungsprojekte aufzusetzen. Die reichen wir dann bei diversen Förderprogrammen ein. Und nachdem wir die Förderzusage erhalten haben, setzen wir sie dann um. Also. Es dauert circa so ein Renaturierungsprojekt, nimmt circa 2 bis 5 Jahre in Anspruch.
Nina Anzeletti
Das Störprojekt war auch finanziert.
Katrin Panzenböck
Das Störprojekt, also der Umbau des Schiffes, das ist auch gefördert.
Nina Anzeletti
Und wird gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur abgewickelt.
Katrin Panzenböck
Genau. Genau. Genau. Und es gibt aber gerade im Bereich Thaya oder March sehr viele Projekte, die von uns umgesetzt werden, mit eben den Mitgliedstaaten Slowakei oder Tschechien eben gemeinsam. Oder jeder Staat für sich, aber trotzdem sehr, sehr engen und wöchentlichen Abstimmung, tatsächlich, weil die Flüsse ja wirklich grenzflüsse sind und. Auch mit anderen Mitgliedstaaten wie Deutschland oder Belgien, Rumänien, Bulgarien, also eigentlich alle Mitgliedstaaten, die an der Donau liegen oder sehr viel mit Wasserstraßen zu tun habe, arbeiten wir sehr eng zusammen, um hier wirklich die die Verkehr Infrastruktur der Donau und der Nebenflüsse hier wirklich. Das für die Binnenschifffahrt alles gut umgesetzt wird, natürlich auch für die Passagierschifffahrt.
Manuel Aghamanoukjan
Ja, danke. Das waren einmal schon super Einblicke, wie das jetzt in der Praxis funktioniert, dass man auch dann alle möglichen Arten von Projekten, wo man es vielleicht auch nicht glaubt, Stichwort E-Bagger machen kann. Was ist jetzt? Zieht ihr aus eurer Sicht, was jetzt? Dann die die nächsten Jahre an Entwicklungen bringen sollen, können für nachhaltige Beschaffung.
Nina Anzeletti
Ich glaube, dass man an dem Beispiel sieht ist, dass das Bundesvergabegesetz so bis jetzt ist und der naBe-Aktionsplan schon sehr viel her. Gibt und sehr viel. Stellschrauben bietet, um als öffentliche Auftraggeber Impulse auf dem Markt zu setzen. In den nächsten Jahren wird es neue EU-Regelungen geben, die auch bisher weniger aktive Auftraggeber in die Pflicht nehmen, Kriterien umzusetzen.
Manuel Aghamanoukjan
OK, gut, Dankeschön einmal so, jetzt dann zum Abschluss und ich tu mir meine Schlussfrage vorbereiten. Katrin, Wenn du jetzt 2 Sachen ändern könntest um nachhaltige Beschaffung für alle einfachen und effektiver zu machen, was wären diese 2 Punkte?
Katrin Panzenböck
Also der erste. Punkt. Mehr Mut den Auftraggebern. Man soll sich wirklich drüber. Gewisse nachhaltige Kriterien einzusetzen, weil ich sehe aus der Praxis, dass die Unternehmen mitmachen, und es ist wirklich leichter, als man echt nachhaltige Kriterien in die Vergabeverfahren zu integrieren. Und das zweite, was ich mir wirklich wünschen würde, ist, dass sich mehr Auftraggeber zusammentun. Um wirklich gemeinsame Konzepte oder Lösungen zu finden und vielleicht nicht jeder seinen eigenen Brei kocht.
Nina Anzeletti
Da stimme ich zu, das Rad nicht neu erfinden, versuchen, von den anderen zu. Best Practices austauschen. Die EU fördert das auch auf EU-Ebene. Public Buyers Community: Zu bestimmten Vorhaben, PV-Technologien zum Beispiel, gibt es einen Kriterienkatalog mit Zuschlagskriterien, Eignungskriterien auf EU-Ebene, unabhängig vom naBe-Aktionsplan. Die Kriterien, die noch kommen, werden auf Basis der neuen EU-Verordnungen.
Manuel Aghamanoukjan
Sag ich Dankeschön. Das sind einmal 4 gute Wünsche, da hoffen wir auch, dass das dann auch wirklich dann hier auch dann vielleicht kommt und auch diese Veränderungen bringt in dem Sinn lieber. Libina danke für die spannenden Einblicke in die Welt der nachhaltigen Beschaffung. Vielen Dank auch speziell für die vielen praktischen Beispiele aus der Vergabepraxis von der viadonau. Das erste Mal im Podcast oder so genau hören, was immer recht spannend ist. Zu sehen, wie auch theoretische Konzepte in der Praxis wirklich funktionieren. Hoffen auch, dass unsere Zuhörer und Zuhörerinnen hier hilfreiche Impulse und neue Perspektiven mitnehmen konnten. Einerseits die Auftraggeber und Auftraggeber:innen. Kann damit sie sehen, dass es. Keine Angst davor haben, ihre Vergabeverfahren nachhaltig zu gestalten. Aber auch für die Unternehmen, die es die sehen, dass es sich auszahlt, auch hier in sich in diesen Bereichen erstens mal fortzubilden. Und spezialisieren, damit sie sich an der Markt besser durchsetzen können, wenn sie mehr über das Thema nachhaltige Beschaffung erfahren wollen, dann schauen sie auch gerne in die Show aus dieser Episode nach. Haben wir dieses Mal wirklich viele interessante weiterführende Links? Einerseits teilweise zu ihren angesprochenen Projekten, aber auch zu den Publikationen von Karten. Insbesondere dem dem Kodex Green Compliance 2024. In dem Sinne, sage ich, bedanke ich mich herzlich fürs Kommen. Danke vielmals, danke für die spannende Aufnahme.
Nina Anzeletti
Vielen Dank für die.
Katrin Panzenböck
Einladung, Dankeschön. Es war echt spaßig heute.
Manuel Aghamanoukjan
In dem Sinne noch danke fürs Zuhören und bis. Nächsten Mal.
Sina Löw
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